Veganismus = Umweltschutz

 

Von Bruce Friedrich

 

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Noch ein Grund, weshalb wir uns vegan ernähren sollten, ist unsere Umwelt. Sich vegan zu ernähren ist das Beste, was jeder von uns für die Umwelt tun kann. Die Aufzucht von Tieren für Nahrungsmittel erschöpft und verschmutzt unser anbaufähiges Land, unser Trinkwasser und
unsere saubere Luft mit erschreckender Geschwindigkeit. Alle Tiere brauchen Futter, um zu überleben; so verbrennt ein 90 kg schwerer Mann beispielsweise selbst dann mindestens 2000 Kalorien, wenn er niemals aus dem Bett steigt. Wie bei den Menschen auch, werden die meisten Kalorien, die ein Tier aufnimmt, verbrannt; Milch, Eier, Fleisch und Fett können demnach also nur durch die Zufuhr von Mehrkalorien entstehen.
Es ist wirklich bizarr: Man nimmt Soja, Hafer, Mais oder Weizen – Nahrungsmittel, die reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten sind, aber ohne Cholesterin oder arterienverstopfendes gesättigtes Fett. Dann gibt man diese den Tieren zum Essen. Und was dabei herauskommt, enthält keine Ballaststoffe und keine komplexen Kohlenhydrate, dafür jede Menge Cholesterin und gesättigtes Fett. Genauso gut könnte man reines Wasser durch ein Kanalisationssystem laufen lassen und es danach trinken.
E, das anerkannte amerikanische Umweltmagazin, schrieb 2002, dass mehr als ein Drittel aller in den USA produzierten fossilen Brennstoffe für die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsgewinnung verwendet werden. Dies ist eine vorsichtige Schätzung, in Wirklichkeit war es wahrscheinlich mehr. Und das kommt daher: Erst werden riesige Mengen an Getreide und Soja angebaut (hierzu ist Bodenbearbeitung und Bewässerung, oft mit Sprühflugzeugen, nötig). Die Ernte wird dann auf Last- oder Güterwagen zu den fabrikartigen Farmen und Weiden transportiert, wo sie an die ungefähr 10 Milliarden sogenannte Nutztiere, die in den USA jedes Jahr zur Nahrungsgewinnung großgezogen werden, verfüttert wird. Danach werden diese Tiere zu automatisierten Großschlachtereien gekarrt. Nach dem Schlachten werden die toten Tiere zur Weiterverarbeitung
transportiert. Die Weiterverarbeitung und Verpackung läuft maschinell ab. Und danach wird das verpackte Fleisch an die Lebensmittelgeschäfte geliefert. Du siehst also, dass in jeder Stufe riesige Mengen an Energie verbraucht werden.
Wenn so viel Energie verbraucht wird, so große Mengen an fossilen Brennstoffen verbrannt werden und so viel Mist produziert wird, haben wir es wirklich mit einer ernsthaften Luftverschmutzung zu tun. Viele Umweltschützer würden eher laufen oder mit dem Fahrrad fahren, als ins Auto zu steigen, um die Luftverschmutzung in ihrer Gegend zu verringern. Und dann essen sie voller Freude ihr Fleisch, Eier oder trinken Milch, ohne dabei auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, dass sie hiermit ja auch für benzinverschwenderische Tiertransporte, Tiefkühllastwagen oder umweltverschmutzende Fabriken usw. bezahlen.
Einer meiner Freunde sagt, wenn es um die Umwelt geht, sei Fleischessen genauso schädlich, wie einen großen Geländewagen oder großen LKW zu fahren, eine vegetarische Ernährung sei mit einem Mittelklassewagen und eine vegane Ernährung mit Fahrradfahren oder Laufen zu vergleichen.
Genauso ist es mit dem Land. Laut John Robbins verbraucht ein Veganer pro Jahr im Durchschnitt ungefähr 7.250 m² an Land für seine Ernährung. Ein durchschnittlicher Vegetarier, der Milchprodukte und Eier konsumiert, benötigt ungefähr das Dreifache und der durchschnittliche Fleischesser ungefähr das 20fache an Land. Wir können aus der gleichen Menge Land viel mehr Nahrung herausholen, wenn die Ernte nicht den Umweg durch die Tiere macht.
Die Verwendung von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie der Anbau von Futterpflanzen, wie Mais, Soja, Weizen und Hafer, in Monokulturen zerstört lebenswichtige Obererde. Howard Lyman, Tierzüchter der vierten Generation und Fürsprecher des veganen
Lebensstils, erzählt, dass er Farmer wurde, weil er die Erde liebte, die so voller Leben war. Jetzt, so sagt er, sei sie nur noch lebloser Dreck – zum größten Teil deshalb, weil die Aufzucht der sogenannten Nutztiere sie ruiniert hat.
Wasser ist auch ein großes Problem. Laut der National Audubon Society verbraucht die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsgewinnung ungefähr so viel Wasser wie alle anderen Wasserverwendungsmöglichkeiten zusammen, zumal in vielen Gebieten große Trockenheit herrscht. Ein Veganer verbraucht für seine Ernährung pro Tag ungefähr 1.100 Liter Wasser. Ein Vegetarier verbraucht ungefähr das Vierfache und ein Fleischesser ungefähr das 14fache. Bevor man die Tiere überhaupt füttern kann, müssen die Futterpflanzen bewässert werden. Die Tiere müssen Wasser bekommen. Und in den heutigen fabrikartigen Farmen und Schlachthäusern wird Schmutz einfach mit dem Wasserschlauch weggespült. Dass dies alles viel Wasser verbraucht, ist klar.
Die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsgewinnung benötigt nicht nur Unmengen an Wasser, sondern verschmutzt dieses auch. Eine "Milchkuh" produziert über 45 kg an Exkrementen pro Tag. Die in den USA gezüchteten Tiere produzieren 130 Mal so viele Exkremente wie alle Menschen in den USA zusammen. Die Exkremente dieser Tiere sind konzentrierter als die Exkremente von Menschen und oft mit Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, giftigen Chemikalien, Hormonen, Antibiotika usw. verseucht. Die Hochleistungstierfabriken haben keine Anlagen zur Verarbeitung dieser Exkremente. Daher wird der ganze Schlamm einfach in großen Mengen auf die Erde gekippt, wodurch diese zerstört wird, oder er wird ins Wasser gekippt, wodurch dieses verschmutzt wird, wodurch wiederum häufig das ökologische Gleichgewicht gestört und Fische und andere Wasserorganismen getötet werden.
Natürlich sind diese ganzen Statistiken nur Schätzungen. Manche der Zahlen hängen von der Jahreszeit und dem Anbaugebiet der Futterpflanzen ab. Doch eine Sache wird sich niemals ändern: Ohne Futter und Wasser können Tiere nicht aufwachsen oder Milch und Eier produzieren. Und sie können es auch nicht, ohne Exkremente zu produzieren. Daher wird der Konsum von Fleisch, Milchprodukten und Eiern immer mit einem vielfach größeren Verbrauch an Ressourcen und wesentlich größerer Umweltverschmutzung einhergehen, als wenn auf diesem Land Nahrung für die Menschen angebaut wird.
Jeder, der die Zeitung liest, weiß, was die großen Schleppnetz-Fischdampfer unseren Meeren und
Meeresböden antun. Große Schleppnetz-Fischdampfer sind ungefähr so lang wie ein Fußballfeld und nehmen mit einem einzigen Netzauswurf 350.000 kg Fisch auf, wobei sie alles auf dem Meeresboden zusammenkratzen und Korallenriffe zerstören, einfach alles, was ihnen in die Quere kommt. Hydraulische Schabeisen schaufeln riesige Brocken vom Meeresboden auf und sieben die Muscheln und Austern aus. Der Großteil von dem, was sich nachher in den Netzen befindet, wird jedoch überhaupt nicht von Menschen gegessen. Die Hälfte davon wird an Tiere verfüttert, die zur Nahrungsgewinnung gezüchtet werden, und jährlich werden ungefähr 30 Millionen Tonnen davon als tote „Abfälle“ einfach wieder in die Meere zurückgeschüttet, wodurch das natürliche biologische Gleichgewicht nachhaltig gestört wird. Die kommerziellen Fischerflotten zerstören das empfindliche Ökosystem der Meere mit einer Geschwindigkeit, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigt.
Dann gibt es auch noch die Fischfarmen, deren Anzahl jährlich um mehr als 10 Prozent wächst.
Fischfarmen sind noch schlimmer als kommerzielles Fischen. Für eine Ausbeute von 1 kg Fisch aus Fischfarmen müssen zunächst ungefähr 4 kg Wildfische verfüttert werden. Die in Fischfarmen gezüchteten Fische fressen Wildfische, die von kommerziellen Schleppnetz-Fischdampfern gefangen werden, aber nicht für den Verzehr durch Menschen bestimmt sind. Fische aus Fischfarmen werden oft im gleichen Wasser aufgezogen, in dem auch die wilden Fische schwimmen, aber die Fischfarmer kippen einfach Antibiotika ins Wasser und bedienen sich der Gentechnik, um ihren Frankenstein-Fisch zu züchten. Die Antibiotika verschmutzen die Meere, und manchmal reißen gentechnisch veränderte Fische aus und paaren sich mit Wildfischen, wodurch das empfindliche Ökosystem der Meere aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Forscher der Universität Stockholm haben gezeigt, dass die schrecklichen Umweltzerstörenden Einflüsse der Fischfarmen sich auf einen Bereich auswirken können, der 50.000 Mal größer ist als die Fischfarm selbst.
Die Entscheidung ist klar: Jedes Mal, wenn wir uns hinsetzen, um zu essen, können wir mit einer veganen Ernährung etwas zum Umweltschutz beitragen. Oder wir können in Springerstiefeln über die Erde stampfen, indem wir Fleisch, Milchprodukte oder Eier essen. Es ist wirklich so: Ein echter Umweltschützer könnte niemals Fleisch, Milchprodukte oder Eier essen.

 

 

 

 

Quelle: http://www.peta.de/kampagnen/vegetarismus/nutshell/nutshell_d.pdf